26. Mai 2006

Puh, geht das rund bei uns! Ich muss ganz ehrlich gestehen, dass die Erziehung der kleinen Ophelia einigermaßen schwierig und anstrengend ist. Sie entdeckt fast stündlich etwas Neues, was sie anstellen kann oder erobern kann und da ist es für meinereins gar nicht leicht, immer zur Stelle zu sein und ihr zu maunzen, wie sie damit umgehen muss. Und meine Mitpotis unterstützen mich so gar nicht!

Saphira beispielsweise sabotiert mich geradezu. Sie zeigt Ophelia all das, was Katz eigentlich nicht tun darf, wie etwa sich auf Dosis Laptop zu legen - auf die Tastatur natürlich! - oder auf der Kommode hinter dem Fernseher herumzuturnen usw. Von Mephisto rede ich mal gar nicht, der hat ohnehin nur Unsinn im Sinn und er und Ophelia ergänzen sich prima! Sie schubsen gemeinsam die Kissen vom Sofa und spazieren auf dem Wohzimmertisch herum oder jagen wie eine wildgewordene Horde durch die Wohnung, dass alle anderen mitten aus ihrem Schönheitsschlaf - und bei mir wohl auch Erschöpfungsschlaf - gerissen werden. Ich habe keine Ahnung, wie ich aus Ophelia eine brave liebe Katze machen soll, wenn alle anderen mich so im Stich lassen!

Vielleicht bekomme ich ja heute Unterstützung. Unsere Dosis fahren weg und meine Ersatzdosi Gudrun wird hoffentlich sehr streng mit Ophelia sein. Ich gebe ja zu, die Kleine ist süß....aaaaaaber: Sie hat es faustdick hinter den Ohren!



21. Mai 2006

Uijegerle, da ist ja einige Zeit vergangen, seit ich das letzte Mal berichtet habe. Naja, da war zuerst mein Geburststag und dann waren wir viel draußen oder Frauchen kam oft später heim, sodass ich einfacht nicht zum Erzählen Gelegenheit hatte.

Ich darf euch maunzen, bei uns geht es rund. Die kleine Ophelia ist für ihr Alter schon sehr entwickelt. Nichts ist vor ihr sicher, seit einigen Tagen spaziert sie immer auf dem Wohnzimmertisch herum, was unsereins doch gar nicht darf. Alles Schimpfen der Dosis nutzt nichts, obwohl sie genau zu wissen scheint, worum es geht. Wenn Frauchen sagt: "Runter!", dann guckt Ophelia zuerst einmal, dann geht sie vom Tisch runter, doch ums Umdrehen ist sie auch schon wieder oben. Sie scheint es als Spiel zu betrachten. Heute zum Beispielt waren wir in der Küche, als Frauchen das Mittagessen zubereitet hat. Ich musste einfach nachsehen, was gekocht wird und bin über die Arbeitsfläche hinüber zum Herz geschlichen. Was glaubt ihr wohl, wer unmittelbar hinter mir herkam? Richtig, die Kleine! Frauchen hat dann gemeint, meine Erziehung sei nicht gerade die beste! Dabei bin ich inzwischen sehr freundlich zu der Kleinen, ich knurre und fauche kaum noch, wir fressen seit einigen Tagen friedlich zu viert nebenenander und die kleine Ophelia durfte auch schon bei Mephisto ganz oben auf dem Kratzbaum liegen.

Ich finde, sie macht sich sehr gut. Sie ist genauso ein Schlitzohr wie wir alle das manchmal sind. Sie ist immer zu Späßen aufgelegt und macht jeden Unsinn mit wie es sich für eine ordentliche Haindl-Katze gehört. Wir müssen nur ein wenig aufpassen, wenn Türen offen sind, weil Ophelia wie der Blitz überall hinsaust und so auch schon mal eine Nacht im Heizraum verbringen musste, weil keiner bemerkt hatte, dass sie hinter Herrchen hergelaufen war. Einmal ist sie auch bei der Haustüre ausgebüchst, aber da hat Herrchen sie schnell wieder eingefangen.

Schachteln liebt sie über alles. Sie klettert auch gerne auf Vorhänge und in geflochtene Küchenvorratskörbe. Sie taucht gerne ihre Pfoten in Wasser und bespritzt sich dann selber mit Wasser. Sie versteckt sich gerne hinter dem Laptop der Minidosi auf dem Tisch und schleppt ihre Spielmaus quer durch die Wohnung. Sie fordert lautstark ihr Futter ein und knabbert genauso gerne wie wir an Leckerlis.

Und wenn sie müde ist vom vielen Herumrennen und Spielen, dann fällt sie einfach um und schläft eine Runde!



12. Mai 2006

Hm, heute bin ich ein wenig nachdenklich gestimmt. Gewöhne ich mich etwa schön langsam an die kleine Opehlia? Mir ist nicht mehr unbedingt zum Knurren zumute, ich dulde sogar, dass die Kleine unmittelbar neben mir auch ihre Ration an Leckerlis bekommt und ich gucke ihr nur hinterher, wenn sie an mir vorbei geht. Sie hat Respekt vor mir, das ist gut so, sie geht nicht - oder sollte ich maunzen noch nicht? - direkt auf mich zu so wie sie das bei Mephisto und Saphira macht. Mit Mephisto hat sie sogar schon Nasenküsschen ausgetauscht und die beiden fangen langsam an, miteinander zu spielen. Das heißt, eher ist es so, dass Ophelia Mephisto quer durch die Wohnung jagt und er offenbar seinen Spaß daran hat. Nein, danke, das fehlte mir grade noch! Mich von so einem kleinen jungen Gemüse jagen zu lassen! Ich beobachte!

Ich denke, es liegt auch daran, dass ich nach diesen ersten Tagen nun doch etwas milder gestimmt bin, dass Frauchen mich überhaupt nicht vernachlässigt. Sie kennt ja meine Macken und eine davon ist, dass ich unbedingt mit ihr ins Badezimmer will, wenn sie morgens da rein geht. Als Ophelia eingezogen ist, wollte ich gar nichts machen, aber sie hat darauf bestanden, unser Ritual einzuhalten. Außerdem streichelt sie mich immer, wenn sie an mir vorübergeht und redet mit mir und ich kann - glaube ich - doch nicht soooooo nachtragend sein!

Hannah hat es ja auch schon vorgeschlagen und vielleicht sollte ich wirklich darüber nachdenken, die kleine Ophelia zu erziehen und ihr alles beizubringen, was es braucht, damit sie auch ganz und gar eine echte Haindl-Katze wird!



10. Mai 2006

Ich will ja nicht schadenfroh sein, aber heute morgen hat Ophelia unfreiwillig ein Vollbad genommen. Wie das zuging? Na, hört zu!

Im Arbeitszimmer der Dosis steht ein kleines Tischchen. Darauf steht eine Grünpflanze, ungiftig, versteht sich! - und eine kleine Gießkanne. Aus der trinkt auch immer der Mephisto, ich verstehe das gar nicht, wo doch immer frisches Wasser im Wohnzimmer steht. Aber egal, wenn er meint. Naja, unsere kleine Ophelia ist heute morgen im Arbeitszimmer zuerst auf der Couch herumgeturnt und von da ist es nur eine Tatzenlänge hinüber zum Tisch. Natürlich hat sie das auch gleich ausprobiert und dann die Gießkanne entdeckt. Sie wollte daraus trinken und hat sich nicht besonders geschickt dabei angestellt. Jedenfalls hat Ophelia das Gleichgewicht verloren und ist mitsamt der Kanne vom Tischchen gefallen. Nein, keine Angst, hoch ist das Ding nicht und die Kanne hat auch noch die Kurve gekriegt und ist nicht auf Ophelia gelandet, aber das Wasser - das Wasser hat sich über die Kleine ergossen und die war dann pitschnass! Ein leises Kichern sei mir altem Hasen - pardon - Kater erlaubt! *gggg*

Tja, Frauchen hat die kleine Maus dann trockengerubbelt, als Dank dafür ist Ophelia anschließend auf dem Küchenvorhang hoch geklettert - was Frauchen einen lauten tiefen Seufzer entlockt hat!

Was glaubt ihr, wird uns in nächster Zeit langweilig?



9. Mai 2006

So eine freche Göre ist das, diese Ophelia! Ich muss schon maunzen, ich bin erstaunt, was die sich als Neuling alles erlaubt. Und Frauchen will sie dennoch behalten! Nicht nur, dass sie uns Alteingesessenen schamlos verfolgt und durch die Wohnung jagt - nein, damit nicht genug, sie erobert alles, was es nur zu erobern gibt. Zum Beispiel klettert sie ohne weiteres schon auf die Küchenstühle, oder sie klettert auf die Truhe, auf der unser Wassertopf steht, und sie schläft auch schon im Bett so wie wir halt manchmal bei den Dosis schlafen und sie zeigt keinerlei Respekt vor unseren Futternäpfen. Ich knurre noch immer und fauchen tu ich auch, aber das juckt sie in keinester Weise! Ophelia ist und bleibt frech! Freche 590 Gramm!

Sie spielt wie eine Verrückte, dann ist sie müde und schläft eine Runde, dann bekommt sie extra was zum Fressen, weil sie ja noch so klein ist und dann geht das alles von vorne los: spielen, schlafen, fressen. Mich und die anderen jagen - so zwischendurch! Ich ziehe mich jetzt tagsüber meist ins Schlafzimmer der Dosis zurück, aber dort ist es auch im Moment ungemütlich, weil alles umgeräumt und neu gemacht wird. Wo soll Katz sich denn bitte jetzt in aller Ruhe ausrasten? Von dem Stress? Naja, ich lasse mich dann immer von Frauchen kraulen, das versöhnt mich ein wenig, aber wenn die Kleine kommt, dann knurre ich sie an und gehe meiner Wege, die respektiert mich ja ohnehin nicht und kommt trotzdem näher.

Gestern war sie beim Weißkittel am Abend, der hat gemeint, sie wäre gesund. Dass ich nicht lache, das hab' ich mir so auch schon gedacht, so wie die drauf ist, so lebendig und - eben frech! Ich maunz euch: Das kann noch heiter werden!

 

7. Mai 2006

Jetzt ist die kleine Ophelia schon den dritten Tag bei uns und ich glaube fast, wir müssen sie behalten. Saphira hat überhaupt keine Probleme mir ihr, der Mephisto, der scheint sich auch langsam mit ihr anzufreunden und ich gehe ihr aus dem Weg. Wenn sie mir zu nahe kommt, dann knurre ich sie an, sie soll nur merken, dass ich hier der Herr im Haus bin! Mephisto ist echt komisch, denn die Kleine ist total frech und möchte immer mit seinem Schwanz spielen. Zuerst knurrt er sie an, dann faucht er und dann rennt er davon. Aber nicht weit, er macht kehrt und guckt, wo die Kleine ist und lässt sich wieder von ihr verjagen. Die fürchtet sich nicht vor ihm, ein wenig Respekt hat sie vielleicht, aber keine Angst. Und stellt euch vor, der Mephisto macht ihr das Futter nicht streitig! Er, der doch sonst keinen Happen unbeachtet lassen kann und oft sogar richtigen Mundraub begeht, der respektiert Ophelia, wenn sie ihr Fressen bekommt. Sie ist ja noch so klein, da muss sie mehrmals am Tag etwas fressen und Mephisto guckt nur zu! Ich glaube, er ist ein wenig eifersüchtig. Bis jetzt war er das Nesthäkchen und hatte uneingeschränkte Kuschelpriorität bei allen Zweibeinern. Jetzt darf auch Ophelia immer wieder kuscheln und da guckt er dann so, als könne er das gar nicht fassen.

Heute vormittag hat sich Frauchen mal mit der Kleinen hingesetzt und sie gestreichelt. Kaum sah Mephisto das, wollte er auch auf Frauchens Schoß. Erst hat er ein wenig überlegt, ob er das auch soll, wo doch diese kleine freche Göre da lag, aber dann hat er sich trotzdem auf Frauchens Schoß gelegt und gekuschelt. Und Ophelia durfte bleiben. Er hat zwar immer wieder die Ohren gespitzt und geblinzelt, damit er genau merkt, was die Kleine macht, aber er hat geduldet - ohne Fauchen und Knurren! - dass sie ganz dicht bei ihm liegt! Vielleicht freunden die beiden sich schneller an als Katz denkt, aber ich lasse mir noch Zeit, ich bin schließlich der Ältetste hier und verteidige mein Revier entsprechend!

 

5. Mai 2006

Es hat ja schon so komisch angefangen. Heute Morgen hat Frauchen einen Katzenkorb mitgenommen und wir konnten uns nicht erklären, was das denn nun sollte. Am späten Nachmittag wurde dann endlich das Geheimnis gelüftet - in den Katzenkorb brachte Frauchen ein winziges Katzenmädchen mit nach Hause. Katz, war das eine Aufregung! Wir Großen haben natürlich sofort geschnuppert und wir Herren haben auch gleich mal zeigen müssen, dass wir da schon ein Wörtchen mitmiauen, einfach so einziehen, ja geht denn das? Wir haben geknurrt und auch ein wenig gefaucht, Saphira hingegen hat nur geschnuppert und dann beschlossen, dieses kleine Etwas einfach zu akzeptieren. Nun ja, wir werden abwarten, was die nächsten Tage bringen und weil wir höfliche und nette Vierbeiner sind, wollen wir der Kleinen erlauben, ihre Sicht der Dinge im Tagebuch zu erzählen.

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Ist das schön hier, aber ich weiß eigentlich gar nicht, wie mir heute geschehen ist. Ich habe zu Mittag ein kleines Mittagsschläfchen in der Sonne gemacht, als auf einmal zwei Zweibeiner kamen und mich einfach mitnahmen. Bis dahin war ich auf einem Bauernhof zu Hause, doch jetzt saß ich plötzlich in einem komischen Ding, rundherum ratterte es nur so, aber ich fürchtete mich gar nicht. Da war so eine liebe Zweibeinerin, die die Tür des komischen Dings offen ließ und mich streichelte. Beruhigt habe ich doch tatsächlich weitergeschlafen. Als ich aber dann aufwachte, war es rund um mich ruhig und ein großer roter Kater guckte in meinen Korb. Ui, der sah bedrohlich aus. Er fauchte mich an und ging dann wieder weg. Leider ist da noch einer, der so faucht, ein Getigerter, der knurrt auch noch! Naja, und als ob ich nicht schon genug zu fürchten hätte, kam da noch eine große graue Katze anschlichen, die entpuppte sich aber als sehr friedfertig und hat mich nur beschnuppert, gar nicht gefaucht oder geknurrt. Ich glaube, die mag ich und sie mag mich!

Tja, nach einer Weile wagte ich mich aus dem komischen Ding heraus. Die zweite Zweibeinerin, die ab jetzt mein Frauchen ist, hat mir etwas zum Fressen hingestellt und ich durfte mir mein Bäuchlein vollschlagen. So etwas Leckeres hattte ich noch nie bekommen. Anschließend habe ich dann die neue Umgebung erkundet und gleich allerhand zum Spielen entdeckt. Das ist lustig, so viele tolle Spielsachen, ich habe dabei ganz vergessen, dass rund um mich fremde misstrauisch guckende Katzen waren, die mich allesamt nicht aus den Augen gelassen haben. Nach einiger Zeit hat mich dann mein Frauchen zu sich hochgehoben und ich habe gemerkt, wie toll es ist, mit ihr zu kuscheln! Ihr Hals ist so warm und gemütlich, so habe ich endlich auch gewagt, ein wenig zu Schnurren. Ich hoffe, dass die anderen mich bald akzeptieren, denn hier gefällt es mir wirklich sehr gut! Ach ja, noch etwas, ich glaube, ich muss mich auch an einen Namen gewöhnen, bis jetzt hatte ich keinen, aber mein Frauchen sagt, ich heiße ab sofort Ophelia.