24. Oktober 2009 Nachdem unser Frauchen eine ziemlich hartnäckige Erkältung hat, mussten wir uns alle vier in den letzten Tagen ganz intensiv um sie kümmern. Wir haben jede freie Minute genutzt, um Frauchen zu bekuscheln und zu beschmusen, ganz besonders nehmen ich und Ophelia uns darum an. Jeden Abend liegen wir abwechselnd auf Frauchens Schoß und schnurren dabei fast um die Wette. Es interessiert uns einfach wieder viel mehr, weil wir merken, dass Frauchen uns braucht und weil es eben viel ruhiger ist, seit wir nur zu viert sind. Ich glaube ja, dass Ophelia ihrerseits ein wenig Trost bei Frauchen sucht, denn sie stand Mephisto am nächsten, bei mir ist es halt so, dass ich es sehr genieße, in Frauchens Mittelpunkt zu stehen, ähm ... zu liegen! Manchmal aber wird meine Ruhe empfindlich gestört. War es früher oft Mephisto, der Frauchen zu Entsetzensschreien motiviert hat, so ist das nun Kennedy. Heute zum Beispiel hat Frauchen auf einem Teller Weintrauben hergerichtet und den Teller dann auf den Wohnzimmertisch gestellt, damit sie jederzeit davon naschen kann. Naja, kaum war sie eine Minute weg, hat Kenndey diese runden Dinger gründlichst untersucht und für spielfähig befunden. Schwupps, lagen gleich einige der Trauben auf dem Boden und wurden von Kennedy quer durch das Wohnzimmer geschossen. Sie passen auch recht gut unter die Couch, nur wenn es nach Frauchen geht, gehören sie da nicht hin! Kennedy nimmt Frauchens Schimpfen mit ruhigem Blick entgegen, er weiß schon, dass das nicht ganz okay ist, was er da macht, aber sein Spieltrieb ist einfach sehr stark ausgeprägt. An unseren neuen Gardinen im Wohnzimmer hängen so Quasten, tja, ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass nicht mehr alle davon heil sind. Kennedy hat die einzelnen Fäden wie Spagetti herausgezogen und fein säuberlich im Wohnzimmer verteilt. Oder wenn ein Gals Wasser auf dem Tisch steht - Kennedy muss es abräumen. Dass dabei der Inhalt dann ausläuft und das Tischtuch, den Tisch und den Boden nass werden, das stört ihn nicht, denn er mag Wasser sehr gerne und baggert auch immer mit den Pfoten aus der Wasserschüssel das Wasser heraus. Ich glaube, im nächsten Sommer schenke ich ihm ein Planschbecken! 12. Oktober 2009 Seit gestern sind wir wieder nur zu Viert - ganz überraschend für uns sind Sphinx und Merlin ausgezogen. Sie dürfen jetzt bei der Minidosi Mercedes in Wien wohnen, weil das Frauchen von den beiden, die Ersatzdosi Gudrun, die ja im Juni geheiratet hat, demnächst wahrscheinlich selber umzieht und die Sphinx und Merlin nicht mitnehmen kann. War das gemein gestern - nichtsahnend haben wir frühmorgens auf unser Futter gewartet, aber - da kam nichts. Ganz nervös haben wir unsere Dosis angemaunzt, dass wir Hunger haben, aber die haben uns glatt ignoriert. Wenig später wurden Sphinx und Merlin geschnappt, kurzerhand in den Transportkorb gesteckt und weg waren sie. Natürlich bekamen wir dann etwas zum Fressen, die beiden mussten jedoch warten, bis sie in Wien angekommen waren. Laut Frauchens Erzählungen haben sie sich zuerst einmal sofort unter dem Bett der Minidosi verkrochen, doch nicht lange hat es gedauert und sie begannen, ihr neues Revier zu erkunden. Am Abend fühlten sie sich dann schon richtig zuhause und haben ganz viel mit der Minidosi gekuschelt. Und im Bett von der Minidosi dürfen sie auch schlafen! Jetzt sind wir also sehr geschrumpft, waren wir doch den Sommer über zu siebt. Seit Mephistos Tod ist es sowieso ruhiger geworden, doch jetzt ist es noch einmal merklich ruhiger bei uns geworden. Kennedy vermisst Sphinx und Merlin wohl am meisten, denn er hat in den letzten Wochen die zwei so oft gejagt, dass die schon wütend auf ihn waren, weil er so lästig war. Mich kümmert das alles nicht so sehr, ich mag es, wenn es ruhiger ist. Heute ist es ganz toll kalt und herbstlich draußen, also kuscheln wir alle in unseren Decken und Höhlen und lassen das Wetter Wetter sein!
10. Oktober 2009 Lange Zeit ist vergangen, seit ich zum letzten Mal ins Tagebuch gepfotelt habe - damals war ich urlaubsreif, doch dass unser Urlaub dann so verlaufen würde, wie er verlaufen ist, das hätte ich nicht gedacht. Natürlich konnte Mephisto auch manchmal nervig sein, doch ich vermisse ihn schon sehr. Wir waren an dem Tag, als dieser schreckliche Unfall passiert ist, alle zusammen draußen im Garten. Und wir waren alle geschockt und es hat einige Tage gedauert, bis wir uns wieder erfangen haben. Für uns war der Urlaub schon Ablenkung, für Frauchen eher nicht so sehr. Ich habe am ersten Tag etwas unter der Hitze gelitten, doch dann ging es mir prächtig und ich habe mir oft den Schatten unter der Liege mit Kennedy geteilt. Kennedy war - um Frauchen zu zitieren - ein sagenhaft braver Campingkater. So stürmisch und lebhaft er zuhause oft war und ist - im Wohnwagen und Vorzelt war er wie ein Lämmchen. Kein Unfug, nur Staunen und Gucken. Stellt euch vor, es gab Zweibeiner, die sich vor ihm gefürchtet haben, weil er doch so ein großer Kater ist. Aber Kennedy tut ja niemandem etwas, nur Fliegen tut er was zuleide, die fängt er schön brav und deponiert sie dann zum Leidwesen von Frauchen oftmals auf der Couch unter oder zwischen den Kissen. Sehr appetitlich, maunz ich euch *grins*. Nunja, der Urlaub ist auch schon wieder lange her, und vielleicht fragen sich die einen oder anderen von euch, wie es denn mir so geht. Ich muss jede Woche einmal eine halbe Tablette nehmen, das mache ich auch recht brav, denn Frauchen steht hinterher immer mit Leckerlis bereit. Ich habe zugenommen, verbringe viel Zeit im Schlafzimmer von Frauchen, denn da habe ich meine Ruhe und das genieße ich sehr, aber ich habe auch ein anderes neues Lieblingsplätzchen - hoch oben auf unserem neuen Kratzbaum, da ist ein Kuschelkörbchen und da liege ich sehr gerne drinnen.
Alles in allem fühle ich mich derzeit katzwohl. Ich werde verwöhnt so viel es nur geht und ich lasse mir von niemandem meine Gelassenheit stören. Dass wir noch immer Besuch von Sphinx und Merlin haben, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt und die beiden sind ja ganz lieb und brav. Ich bin nur nicht sicher, ob sie nun für immer bleiben oder doch wieder nach Wien übersiedeln müssen. Mal sehen, ich maunz euch natürlich Bescheid, so bald es etwas Neues gibt
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